Einführung in Einfacher Sprache

Die Architektur der Meisterhäuser

Auszug aus dem Text „Das Bauhaus wohnt“ von Wolfgang Thöner, in: Ute Ackermann und Wolfgang Thöner, Das Bauhaus lebt, Leipzig 2009:

„In Bezug auf Konzept, Entwurf, Bautechnik und Bauzeit stehen die Meisterhäuser im engsten Zusammenhang mit dem Bauhausgebäude. Wie bei diesem kann eine nur auf formal-künstlerische Konsequenz oder allein auf praktische Gebrauchswerterfüllung abzielende Beurteilung den Bauten nicht gerecht werden. Es ist letztlich diese Spannung zwischen selbstgestelltem Anspruch, funktional, d. h. auf den praktischen Gebrauchswert bezogen, zu bauen und der unübersehbaren Konsequenz, die so überzeugend dominiert, aber einige der funktionalen Postulate konterkariert. Gropius … wandte sich mit seiner von ihm ‚Wesensforschung‘ genannten Methode nicht nur vom Pomp und von zu lebloser Konvention erstarrten Regeln und Stilistiken ab, sondern zielte ebenso auf das im Bau sich abspielende Leben. Bauen hieß für Gropius ‚Gestalten von Lebensvorgängen.‘“


Einfache Sprache: Die Meister-Häuser

Das Bauhaus ist eine Hoch-Schule. An der Hoch-Schule kann man Gestalterin und Gestalter werden. Gestalter werden auch Designer genannt. Sie bestimmen, wie Dinge aussehen sollen. 

Die Form und die Farbe der Dinge. Auch wie sie funktionieren sollen.  

Es gibt das Bauhaus seit hundert Jahren. Es musste oft umziehen. 

Es war in Weimar, Dessau und Berlin. Heute ist das Bauhaus wieder in seinem alten Haus in Dessau. Dessau ist eine deutsche Stadt in Sachsen-Anhalt.

Das Bauhaus sieht aus wie eine Fabrik mit riesigen Fenstern. Früher gab es in Dessau viele Fabriken. Heute nur noch wenige.  

Die Studenten zeichnen Möbel und lernen, wie man sie baut. Auch Lampen und andere Dinge für die Wohnung. Alles ist einfach und praktisch. Es kann in Fabriken hergestellt werden.

Im Bauhaus wurde früher auch viel gemalt, getanzt und Theater gespielt.

Die Lehrer vom Bauhaus hießen früher Meister. Deshalb heißen ihre Häuser Meister-Häuser.

Die Meister-Häuser stehen nah bei der Schule. Nur ein paar Straßen entfernt.

Sie sind heute ein Museum. Heute leben die Lehrer vom Bauhaus woanders.

Die Lehrer waren Architekten, Künstler und Kunst-Handwerker. Ihre Meister-Häuser haben weiße Wände und große Fenster. Sie sehen aus wie kleine Fabriken.

Die Häuser sind auf der ganzen Welt berühmt. Weil sie einfach, praktisch und schön sind.

Einfach, praktisch und schön – das ist eine Idee vom Bauhaus.

Walter Gropius war ein berühmter Architekt. Er lebte von 1893 bis 1969 in Deutschland und in den U.S.A. 

1919 hat er das Bauhaus in Weimar gegründet und war sein Direktor.

Walter Gropius hat auch die Meister-Häuser und das Schul-Gebäude geplant.

1925 bis 1926 wurden die Häuser in Dessau gebaut. 1926 zog das Bauhaus von Weimar nach Dessau in die neuen Häuser um.

Die Stadt Dessau hat die Häuser bauen lassen. Die Meister haben sie dann gemietet. 

Sie haben dort gewohnt und gearbeitet. Die Häuser haben große Fenster. Die lassen viel Licht herein. Einige der Meister waren Maler. 

Die Maler brauchten das Licht für ihre Malerei. Damit sie die Farben gut sehen können.

Viele Leute kennen heute noch ihre Namen und ihre Arbeit. 

In den Meister-Häusern wohnten: László Moholy-Nagy, Lyonel Feininger, Georg Muche, Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky und Paul Klee.

Walter Gropius war der Direktor und wohnte nebenan. Im Direktoren-Haus.

Er hat über das Wohnen nachgedacht. 

Er hatte viele Ideen dazu. Er hat gesagt:

Die Menschen verbringen viel Zeit in ihrer Wohnung. Die Wohnung ist sehr wichtig. 

Alles in der Wohnung soll einfach und praktisch sein. Die Wohnung soll einfach zu heizen und zu putzen sein. Die Einrichtung soll lange halten und schön sein.

Der Mensch soll sich in der Wohnung wohl fühlen. Er soll sich in der Wohnung von der Arbeit erholen. Dann wird sein Leben einfacher und schöner.

So hat Walter Gropius die Ideen vom Bauhaus mit dem Leben der Menschen verbunden. 

Heute finden wir die Ideen vom Bauhaus in modernen Wohnungen. 

Das Bauhaus hat das Leben für viele Menschen einfacher und schöner gemacht.

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English: The Architecture of the Masters‘ Houses

Excerpt from the text „The Bauhaus Lives“ by Wolfgang Thöner, in: Ute Ackermann and Wolfgang Thöner, The Bauhaus Lives, Leipzig 2009

„In terms of concept, design, construction technique, and construction period, the Masters‘ Houses are most closely related to the Bauhaus building. As with the latter, an assessment aimed solely at formal-artistic consistency or solely at the fulfillment of practical utility cannot do justice to the buildings. In the end, it is this tension between the self-imposed claim to build functionally, i.e. concerning practical utility value, and the unmistakable consistency that dominates so convincingly but counteracts some of the functional postulates. Gropius … with his method, which he called ‚Wesensforschung‘ (research into essence), not only turned away from the pomp and from rules and styles that had ossified into a lifeless convention, but also aimed at the life that took place in the building. For Gropius, planning and building meant ’shaping life processes.’“


Pain Language: The Master Houses

The Bauhaus is a college. At this college, you can become a designer. 

Designers determine how things should look. The shape and the color of things.

Also how they should function.  

The Bauhaus has been around for a hundred years. It has had to move around a lot.

It was in Weimar, Dessau and Berlin in Germany. Today, the Bauhaus is back in its old home in Dessau. Dessau is a German city in the federal state of Saxony-Anhalt.

The Bauhaus looks like a factory with huge windows.

There used to be many factories in Dessau. Today there are only a few.  

Students at the Bauhaus draw furniture and learn how to build it. Also lamps and other things for the home. Everything is simple and practical. It can be made in factories.

In the Bauhaus, there used to be a lot of painting, dancing, and theater as well.

The teachers used to be called masters. That’s why their houses are called master houses.

The master houses are close to the school. Only a few streets away.

Today they are a museum. Today, the Bauhaus teachers live somewhere else.

The teachers were architects, artists, and craftsmen. 

Their master houses have white walls and big windows. They look like small factories.

The houses are famous all over the world. Because they are simple, practical, and beautiful.

Simple, practical, and beautiful – this is an idea of Bauhaus.

Walter Gropius was a famous architect. He lived in Germany and in the U.S. from 1893 to 1969.

In 1919 he founded the Bauhaus in Weimar and was its director. Walter Gropius also designed the master houses and the school building in Dessau.

From 1925 to 1926 the buildings were erected. In 1926, the Bauhaus moved from Weimar to Dessau to the new houses.

The city of Dessau had the master-houses built. The masters then rented them. They lived and worked there.

The houses have large windows. They let in a lot of light.

Some of the masters were painters. The painters needed the light for their painting.

So they could see the colors well.

Many people still know their names and their work today: 

László Moholy-Nagy, Lyonel Feininger, Georg Muche, Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky and Paul Klee lived in the Masters‘ Houses.

Walter Gropius was the director and lived next door. In the director’s house.

He thought about living indoors. He had a lot of ideas about it. He said:

People spend a lot of time in their apartments. The apartment is very important. 

Everything in the apartment should be simple and practical. The apartment should be easy to heat and clean. 

The furniture should last long and be beautiful. A person should feel comfortable in the apartment.

He should relax from work in the apartment. Then his life will be easier and more beautiful.

This is how Walter Gropius connected the ideas of Bauhaus with people’s lives. 

Today we can find the ideas of Bauhaus in modern apartments. 

Bauhaus has made life easier and more beautiful for many people.

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